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Zitronenübung – Imagination mit Text

Die Zitronenübung ist eine kurze Vorstellungsübung, die du mit potentiellen KlientInnnen vor Beginn einer Hypnosesitzung durchführen kannst. In der Zitronenübung geht es vor allem um den Effekt, dass unser Gehirn nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheidet und ähnliche physiologische Prozesse abruft und übermittelt, als würde jemand tatsächlich eine Zitrone zerschneiden oder sogar essen.

Was passiert bei der Zitronenübung?

Nur über die Vorstellungskraft wird Speichelfluss produziert. Zitronen enthalten viel Säure, die durch zunehmenden Speichelfluss verdünnt werden kann. So produziert unser Körper automatisch mehr Speichel wenn wir Zitronen(saft) essen/trinken – oder auch nur daran denken. Kann übrigens auch bei Mundtrockenheit (z.B. bei Senioren, bei speziellen Medikamenten) helfen!

Heilen mit dem Geist – durch Vorstellung passiert Veränderung

Dieses Wissen kann man nutzen, um KlientInnen die Kraft der Imagination und Hypnose zu vermitteln. Denn so wie es in der Zitronenübung funktioniert, kann es auch in allen anderen Situationen geschehen: durch Vorstellung ergibt sich Veränderung und Reaktion. Gerade „Skeptikern“ hilft die Zitronenübung dabei, sich von der Kraft der eigenen Vorstellung und des eigenen Unterbewusstseins sowie von ihrer Suggestibilität zu überzeugen.

Andere „Convincer“ (Techniken, um Hypnotisierbarkeit und Suggestibilität zu testen) stellen wir unter anderem in unserem Hypnose Workshop für Einsteiger (Modul 1) sowie in unserem dazugehörigen Hypnoseskript ausführlich vor.

Die Zitronenübung – Praktische Anleitung / Text

[Kurzer Einleitungsteil um die Achtsamkeit auf den Körper zu fokussieren, kann variiert werden]

„Schließe deine Augen und atme ein paar Mal tief ein und wieder aus. Spüre, wie dein Atem beim Einatmen durch die Nase einströmt und beim Ausatmen den Körper durch den Mund wieder verlässt. Vielleicht bemerkst du auch, wie sich beim Einatmen Brust- und Bauchdecke etwas nach außen wölben und beim Ausatmen wieder absenken. Und während du dich auf deinen Atem konzentrierst, kannst du früher oder später mit jedem Atemzug tiefer in die Entspannung sinken. Denn in diesem schönen entspannten Zustand geschieht es bei vielen Menschen ganz wie von selbst, dass innere Bilder und Vorstellungen auf angenehme Art und Weise noch viel intensiver und wahrhaftiger erlebt werden…“

[Zitronenübung Imagination]

„Nun begebe dich vor deinem geistigen Auge einmal in deine Küche [vorher kurz mit KlientIn absprechen] und nehme dir dein Schneidebrett aus der Schublade hervor. Dann legst du die größte und saftigste Zitrone darauf, die du die vorstellen kannst. Und schau dir die Zitrone erst einmal von allen Seiten an, vielleicht drehst du sie auch in deiner Hand und siehst das kräftige Gelb, spürst die weiche und zugleich kräftige Schale. Und bevor du die gelbe Zitrone gleich in zwei Hälften teilst, führe sie erst einmal noch zu deiner Nase und rieche das spritzige, saure und zugleich frische Zitronenaroma. [… jeweils Zeit für Sinneswahrnehmung geben].

Lege dann die Zitrone zurück auf das Schneidebrett und teile sie mit einem kleinen Messer in zwei Hälften. Sieh einmal, wie der Saft der Zitrone an der Schnittstelle aus der Zitrone hinausquillt und möglicherweise auch ein wenig über deine Finger läuft. Wie das offene Fruchtfleisch der schönen gelben Zitrone den Geruch noch viel deutlicher und intensiver macht. Führe deine Finger einmal zur Nase und rieche daran, vielleicht schmeckst du auch schon den Saft der Zitrone. Und schon bevor du die Zitrone zum Mund führst, um den Geschmack voll zu kosten, kannst du spüren, wie die Geschmacksneuronen in deinem Mund auf das bevorstehende Erlebnis reagieren…  und lecke jetzt einmal an der Zitrone. Lass ein paar Tropfen in deinen Mund hinein gleiten und spüre die Säure der Zitrone. Und schau einmal, was da in deinem Mund passiert… [je nach Bedarf mehr oder weniger Zeit und Beispiele geben].

[Kurze Ausleitung]

Lege die Zitrone dann wieder zurück auf den Tisch und auf dein Brett und lasse sie allmählich verblassen. Ich zähle dann einmal von 1-3, bei der Zahl 3 angekommen bist du wieder vollkommen wach zurück hier in diesem Raum, dein Mund fühlt sich wieder ganz normal an.

1 – du kehrst langsam zurück ins Hier und Jetzt und wirst dabei wacher und wacher.

2 – einmal tief ein- und ausatmen und dich räkeln und strecken jetzt.

3 – öffne deine Augen, es geht dir vollkommen gut.

Den Text kannst du natürlich nach Belieben abwandeln und individuell auf deine KlientInnen anpassen. Wichtig ist, dass du verschiedene Sinnesorgane mit einbeziehst.

Unterstützung der Zitronenübung durch das VAKOG Modell

Visuell: das Gelb der Zitrone, die runde Form, die Größe

Auditiv: in diesem Fall etwas im Hintergrund, vielleicht das Geräusch, wenn die Zitrone zerteilt wird

Kinästhetisch: die Zitrone in deiner Hand oder der Saft in deinem Mund, Speichelfluss im Mund

Olfaktorisch: der saure Geruch der Zitrone

G: der Geschmack der Zitrone

Das VAKOG Modell lässt sich auch in allen anderen Hypnosesituationen gut anwenden, um Gefühle oder Sachverhalte zu intensivieren oder aber auch abzuschwächen.

 

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