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Was unterscheidet die Blut-Spritzen-Phobie von anderen Phobien?

Die Blut-Spritzen-Phobie stellt unter den Phobien eine Besonderheit dar. Normalerweise passiert bei einer Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz folgendes: nach dem Motto „Fight or Flight“ (evolutionär in uns angelegtes Notfallprogramm, Kampf oder Flucht) reagiert unser Körper mit Aktivierung.

Das heißt der Puls geht nach oben, die Atemfrequenz steigt sodass mehr Sauerstoff transportiert werden kann, unsere Muskeln der oberen Extremitäten werden vermehrt mit Energie versorgt, wir fangen an zu schwitzen und vieles mehr, alles infolge von Adrenalin-/Nordadrenalin-/Cortisolausschüttung.

Bewusstlosigkeit tatsächlich möglich – wenn auch kein “Muss”

Bei der Blut-Spritzen-Phobie verhält sich manches anders: hier sinkt – im Gegensatz zu allen anderen Phobien – der Blutdruck nach kurzem Anstieg abrupt ab, anstatt weiter zu steigen. Ein niedriger Blutdruck verbunden mit einem niedrigen Sauerstofflevel im Gehirn begünstigt Bewusstlosigkeit. Im Gegensatz zu allen anderen Angsterkrankungen kann Angst bei einer Blut-Spritzen-Phobie also tatsächlich zu Ohnmacht führen.

Erklärungsansätze der Besonderheiten

Die wissenschaftlichen Erklärungen gehen auseinander.  In bewusstlosem Zustand fließt weniger Blut, was bei Verletzung den Körper schützt (z.B. bei einem “Tigerangriff”, evolutionär bedingte Erklärung). Dies ähnele auch dem Todstellreflex mancher Tiere, die lebensnotwendigen Organe werden so weiterhin mit Blut versorgt (z.B. Gehirn).

Insgesamt geht man von einer Überreaktion des Parasympathikus aus, wobei überproportional starke Reaktionen bei nur leichtem Blutverlust als (erlernte) Fehlreaktion eingeschätzt werden können.

Wann hat man eine Blut-Spritzen-Phobie?

Was ist eine Blut-Spritzen-Phobie überhaupt? Menschen, die unter dieser speziellen Form der Phobie leiden, können kein Blut sehen, oftmals reicht schon der Anblick einer Spritze oder kleinen Verletzung aus, um sich mulmig zu fühlen.

Betroffene können deshalb nicht oder nur schwer zum Arzt gehen, wenn eine Blutentnahme ansteht (klassisches Vermeidungsverhalten). Manchmal kommt es dazu, dass Personen in solch einer Situation dann tatsächlich umkippen und kurzzeitig bewusstlos werden.

Welche anderen Phobien es noch gibt und was Angsterkrankung eigentlich bedeutet, wer sie behandeln darf und wie das mit Hypnose funktioniert, kann hier nachgelesen werden: Phobien Übersicht

Achtung: auch während einer Hypnosesitzung sinkt normalerweise der Blutdruck. Wenn Du dir bei der Vorgehensweise unsicher bist, arbeite lieber mit der Methode der “Angewandten Anspannung” nach Öst. Durch gezielte muskuläre Anspannung wird der Blutdruck sequentiell gesteigert.

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