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Stabilisierung durch Hypnose

Manchmal macht es Sinn, Klienten erst psychisch zu stabilisieren, bevor an den tatsächlichen Themen gearbeitet wird. Bei Traumata beispielsweise sollten Stabilisierungstechniken immer mit eingebaut werden. Aber auch in anderen Fällen sollte jeder gewissenhafte Hypnotiseur auch Stabilisierungstechniken kennen und gegebenenfalls anwenden.

Stabilisierung durch Imagination

„Innerer sicherer Ort“

Bei der Hypnose zum inneren sicheren Ort (in der kognitiven Verhaltenstherapie auch als einfache Imaginationsübung angewandt) lässt man den Klienten in Hypnose einen inneren Wohlfühlort auswählen. Manche Hypnotiseure sprechen in diesem Kontext auch von einem inneren Schutzraum. Das wichtigste Kriterium dieses Ortes ist es, dass der Klient, sobald er sich an diesen inneren Ort begibt, absolut geschützt vor negativen Einflüssen ist. Deshalb ist es auch immens wichtig, dass dieser Ort nur positiv assoziiert wird.

Anleitung zur Erstellung eines Inneren sicheren Ortes

Manche Klienten visualisieren tatsächlich eine Art Burg oder Festung, die von außen uneinnehmbar ist. Andere fühlen sich auf weiten Wiesen, auf einer Wolke oder unter Wasser vollkommen sicher. Der Ort muss nicht unbedingt real sein. Stabilisierung durch Hypnose darf auch Imaginationscharakter haben. Unser Gehirn unterscheidet nicht wesentlich zwischen Realität und Vorstellung.

Eine genauere Anleitung zum Thema Innerer sicherer Ort findest Du hier: Innerer Schutzraum.

Tresor-Übung

Auch die sogenannte Tresor-Übung dient der Stabilisierung. In Variationen wird auch diese in Verhaltenstherapie und anderen psychotherapieverfahren eingesetzt. Hier schließt der Klient alle negativen Einflüsse, alles Belastende aus der Vergangenheit, alles „Destabilisierende“ in einen großen Tresor. Hier ist es wichtig, den Klienten vorab den Tresor visualisieren zu lassen.

Wie sieht dieser genau aus? Welche Schließvorrichtungen sind vorhanden? Wie wird sichergestellt, dass sich der Tresor nur dann öffnen lässt, wenn dies vom Klienten gewollt ist? Gibt es irgendwelche Besonderheiten, die der Hypnotiseur beachten sollte?

Fragen an den Klienten während der Hypnose

Distanzierung als Form der Stabilisierung

Da unser Unterbewusstsein in Trance ganz besonders empfänglich für innere Bilder und Vorstellung ist, sind Dissoziationsübungen als Form der Distanzierung in Hypnose besonders leicht. So können belastende Bilder mithilfe des VAKOG-Modells

  • Kleiner und unschärfer gemacht werden
  • Nach hinten geschoben werden
  • Grau/schwarz weiß/farblich weniger intensiv werden

Von Außen sich selbst beobachten

Auch kann der Hypnotiseur den Klienten aus einer Situation heraus treten lassen. Das ist so, als ob der Klient nicht mehr unmittelbar in dieser Situation steht, sondern quasi den Bilderrahmen verlässt und das Bild von außen betrachtet. Von außen betrachten ist auch möglich durch die Einführung eines Beobachters, der wiederum den Klienten beobachtet, der das Bild beobachtet usw.

Stabilisierung durch Grübelstopp

Viele Klienten oder Patienten grübeln über belastende Situationen nach ohne dies stoppen zu können. Damit reaktivieren sie unbewusst erneut die belastenden Gefühle und destabilisieren sich somit fortwährend ohne es zu wollen.

Techniken zum Grübelstopp sind beispielsweise

  • Klassischer Grübelstopp: Beim Auftreten von unerwünschten Gedanken ein STOPP-Schild visualisieren. Laut Stopp rufen (möglicherweise zur Verdeutlichung sogar dabei auf einen Tisch o.ä. schlagen) und danach sofort die Gedanken auf etwas Positives verlagern.  Diese Übung sollte vom Klienten selbstständig durchgeführt werden und bedarf anfangs einiges an Übung und Wiederholung.
  • Gedankenschiffchen (auch in Hypnose möglich): belastende Gedanken benennen und einen nach dem anderen auf kleine Schiffchen setzen. Diese dann im Strom eines Flusses davon treiben lassen. Diese Übung kann auch als Ritual des Loslassens verwendet werden.
  • Grübeltagebuch: Klienten grübeln trotzdem weiter? Dann kann ein Grübeltagebuch geschrieben werden. Zu bestimmten, vorher definierten, Tageszeiten (z.B. jeden Tag 15-16 Uhr) schreibt der Klient alle Grübelgedanken in ein Tagebuch. Zu anderen Zeiten ist das Grübeln tabu (s. Grübelstopp). Oftmals hilft alleine das Aufschreiben, um Dinge mental „abzulegen“, Ordnung ins Gedankenchaos zu bringen und sich langfristig zu stabilisieren.
  • Grübelstuhl: Der Grübelstuhl bietet sich vor allem für Klienten an, die abends vor dem Einschlafen grübeln. Dadurch können sie zumeist längere Zeit nicht einschlafen und sind am nächsten Tag erschöpft und müde. Keine optimale Voraussetzung für psychische Stabilisierung! Deshalb wird den Klienten empfohlen, einen Grübelstuhl zu definieren. Einen gemütlichen Sessel im Wohnzimmer beispielsweise, jedoch nicht den Stuhl, auf dem im Alltag sowieso immer gesessen wird. Auf diesem Stuhl darf dann vor dem zu Bett gehen eine halbe Stunde gegrübelt werden, aber auch nur dann.
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