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Rauchen – Aufrechterhaltende Faktoren

Ca. 35% aller 9.-10. Klässler gaben in einer Befragung an, im vergangenen Monat mindestens 1 Zigarette geraucht zu haben. Was das tägliche Rauchverhalten aller 13-15-jährigen angeht, liegt Deutschland sogar auf Platz 2 hinter Grönland. Einmal älter als 25 Jahre, fängt kaum noch jemand damit an, regelmäßig zur Zigarette zu greifen. Warum?

Bezugspersonen die rauchen und eine gute Zugänglichkeit

Wenn Eltern, ältere Geschwister oder andere wichtige Bezugspersonen rauchen, nehmen wir schon in unserer frühesten Kindheit Referenzerfahrungen zum Thema Rauchen auf (zusätzlich durch Werbung o.ä.). Da Eltern im Regelfall als „unfehlbar“ eingestuft werden, trauen wir ihnen oftmals nicht zu, etwas wirklich gesundheitsschädigendes oder „schlechtes“ zu machen.

Kinder lernen durch Imitation

Schon sehr früh ist bei Kindern von rauchenden Eltern sogenanntes Imitationslernen sichtbar: mit Stöckchen oder ähnlichem wird das Rauchen nachgespielt und imitiert. Gerade wenn die Eltern das spätere Rauchen ihrer Kinder gut heißen bzw. nichts dagegen unternehmen, ist die Prozentzahl der Jugendlichen, die tatsächlich mit dem (regelmäßigen) Rauchen beginnen deutlich höher, als bei nicht-rauchenden Eltern.

Auch der starke Druck von Seiten der Freunde und der Clique sowie die generelle Zugänglichkeit von Zigaretten sind oftmals Auslöse-Faktoren.

Neugierde auf Neues – Erwachsen sein wollen

Oftmals steckt hinter der ersten Zigarette das Phänomen des sogenannten „Sensation Seeking“. Jugendliche wollen etwas ungewöhnliches machen, etwas, das vielleicht sogar verboten ist und was eigentlich nur die Erwachsenen dürfen.

Während bei Personen, die nach der ersten Zigarette nicht mehr oder nur sehr wenig rauchen dieses Ereignis eher als belanglos interpretiert wird, erhält die Zigarette bei weiter-rauchenenden Personen in der Gewöhnungsphase eine Art von „Ritual-Funktion“.

Rauchen als Form der besseren Bewältigung des Alltags

Tabakkonsum in der Einstiegsphase ist oftmals mit Selbstwertproblemen verbunden. Jugendliche wollen „dazu gehören“ und benutzen das Rauchen als Attribut des Erwachsenseins und zur Selbstwertsteigerung, wenn sie nicht die Anerkennung erhalten, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Die Selbstdarstellung innerhalb einer Peer Group sowie die Akzeptanz von Gleichaltrigen spielt ebenfalls eine Rolle. Auch in stressigen Situationen greifen frühere Nichtraucher öfter als sonst zur Zigarette.

Gründe für das Aufrechterhalten des Rauchens

Die Zigarette dient so zur Ablenkung von momentanen Stressoren indem sie die Aufmerksamkeit auf automatisch ablaufende Prozesse richtet. Gerade auch sozialer Stress und die Angst vor sozialer Isolation wird durch Rauchen in der Peergroup stark vermindert.

Automatisiertes Rauchen gekoppelt an Auslöse-Situationen

Während das Rauchen der ersten Zigaretten noch einen bestimmten Grund hatte, automatisiert sich der Prozess zunehmens. Oftmals wird bereits morgens und abends alleine, also ohne die Peergroup geraucht, auch wenn mit dem Rauchen innerhalb dieser Gruppe angefangen wurde.

Auch wenn das Rauchen zunehmend automatisiert wird, spielen Klassische Konditionierungsprogramme eine große Rolle. Wenn die Zigarette mittags zum Kaffee, abends zum Bier und nachts zum Feiern geraucht wird, hängt das Rauchen an bestimmten Auslösefaktoren. So wird durch mehrmalige Wiederholung das Rauchverlangen unbewusst an den Kaffee, das Bier oder bestimmte Tageszeiten bzw. Situationen gekoppelt, in denen dann ganz automatisch zur Zigarette gegriffen wird.

Rauchen wird mit positiven Konsequenzerwartungen verbunden

Zudem werden emotionale und soziale Konsequenzerwartungen über den Nutzen des Rauchens gebildet: „Wenn ich rauche, fühle ich mich ruhiger und gelassener“ oder „wenn ich rauche bin ich im Umgang mit Freunden oder im Knüpfen von neuen Kontakten sicherer“ oder „wenn ich rauche kann ich mich besser konzentrieren“.

Das passiert bei Nikotinentzug

Das Sinken des Nikotinspiegels im Körper kann daher auch unbewusst mit gesteigerter Nervosität, sozialer Angst, mangelner Konzentrationsfähigkeit o.ä. einhergehen. Indem Nikotin auf Transmitterstoffe wie Acetylcholin oder Dopamin wirkt, kann eine zeitweise Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung sowie ein Abfallen von innerer Anspannung oder Angst ebenfalls eine Folge von regelmäßigem Rauchen sein.

Diese Theorie würde erklären, warum jahrelang abstinente Raucher plötzlich wieder ins alte Rauchverhalten zurückfallen: sie haben die Erfahrung gemacht, den Alltag mit der Zigarette besser bewältigen zu können.

Verstärkungsprozesse halten das Rauchverlangen aufrecht

Die mit dem Konsum von Tabak verbundenen angenehmen Begleiterscheinungen nehmen relativ schnell wieder ab, da die Inhaltsstoffe der Zigarette (inkl. Nikotin) in unserem Körper abgebaut werden. Bei starken Rauchern entsteht deshalb schon 20-30h Minuten nach einer Zigarette der Drang, die nächste Zigarette anzustecken.

Bleibt diese aus, kommt es zu Entzugserscheinungen wie einer geringen Frustrationstoleranz oder verstärkter Nervosität, welche wiederum durch die nächste Zigarette ausgelöscht werden können. Insofern stellt der gesamte Prozess des Rauchens einen Prozess der positiven (angenehme Nebeneffekte) wie auch negativen (Ausbleiben von Entzugserscheinungen) Verstärkung dar, welcher das Aufhören besonders schwer macht.

Raucherentwöhnung durch Hypnose

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