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Hypnosetherapie – Hypnose als therapeutisches Instrument

Ein großer Bereich liegt im Einsatz von Hypnose in der Therapie. Im März 2006 wurde die Hypnosetherapie auch in Deutschland von Seiten des wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie als wissenschaftliche Behandlungsmethode in der Psychotherapie anerkannt. Die Milton H. Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.) sowie die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) bieten fundierte Ausbildungen zum Hypnotherapeuten an.

Aufgrund der Einreichung verschiedener Studien von Seiten der Universität Tübingen, wurde ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie erstellt, das Hypnosetherapie wissenschaftlich Anerkennung bescheinigt im Bereich

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Milton H. Erickson (1901 – 1980) gilt als Begründer der modernen Hypnotherapie. Erickson steht für eine neue, moderne Art von Hypnose. Seine Therapielaufbahn begann er in den 30er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts, mit der Zeit erlangte er zunehmend an Bedeutung. Seine Techniken werden auch jetzt noch ständig erweitert und angepasst.

Im Gegensatz zum direktiven, autoritären, therapeutenzentrierten Stil der vergangenen Jahre machte Erickson durch die Verwendung von nondirektiven, “demokratischen” Methoden auf sich aufmerksam, die heute auch längst in allen anderen Therapierichtungen vertreten sind, angelehnt an die klientenzentrierten Ansätze von Carl Rogers (1957).

“Indirekte Formen von Suggestionen sind semantische Folien, die das Erleben von neuen Reaktionsmöglichkeiten erleichtern. Sie evozieren unabhängig von unserem bewussten Willen automatisch unbewusste Suchvorgänge und innere Prozesse” (Erickson & Rossi, 1981).

Hypnosetherapie nach Milton H. Erickson

Milton H. Erickson sieht die Arbeit des Unbewussten während der Hypnose als den entscheidenden Faktor an und reiht sich so bei den Anhängern der “state”-Theorie mit ein. Das Unbewusste wird von ihm als “unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung” bezeichnet. Im Vordergrund steht die positive Rolle. Im Unbewussten würden die lebenslangen Erfahrungen des jeweiligen Individuums gespeichert werden, die als Potential genutzt werden können. Die Grenzen des Bewusstseins, das durch starre Schemata und Muster geprägt sei, sollen während der Hypnosetherapie durch spezfische verbale sowie auch nonverbale Techniken des Hypnotiseurs erweitert werden indem dem Unbewussten während der Hypnose eine führende Rolle zugewiesen wird.

Laut Erickson besitzen alle Menschen das gleiche Potential, sich in einen hypnotischen Zustand begeben zu können. Wichtig in der Hypnosetherapie seien individuell angepasste Techniken und ein situationsangepasstes schnelles Reaktionsvermögen des Hypnotiseurs.

Bongartz und Kollegen zeigten 1997, dass indirekte Suggestionen zu einer tieferen physiologisch messbaren Entspannung führen, es konnte jedoch bislang kein signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit direktiver bzw. indirekter Suggestionen gemessen werden.

Neben indirekten Suggestionen wie zum Beispiel

  • “Sie sind nun tief entspannt” (direkt) vs “Ich weiß nicht, was tiefe Entspannung für Sie bedeutet” (indirekt)

verwendet Erickson

  • Truismen: Allgemeingültige Aussagen
    z.B. “Menschen atmen ein- und aus”
  • Bindungen und Doppelbindungen
    z.B. “Möchten Sie früher oder später entspannen?” Die Option nicht zu entspannen wird überhaupt nicht gegeben
  • Vage zeitliche Angaben
    z.B. “Früher oder später…”
  • Einstreutechnik
    z.B. “Sie können dieses Gefühl so frei beschreiben wie Sie wollen” (Erickson, 1966). Angenehme Assoziationen werden aufgerufen
  • Zugang zu verborgenen Ressourcen
    Situationen ansprechen, in denen spezielle Ressourcen zur Verfügung standen und die dem “Problemverhalten” widersprechen
  • Metaphern
    Erzählung von Märchen und Anekdoten
  • Abdecken aller möglichen Reaktionen 
    z.B. “Sie werden merken, dass sich eines Ihrer Körperteile schwerer anfühlt als Andere, vielleicht ist es Ihre linke Hand, vielleicht die Rechte, vielleicht aber auch ein Bein…”
  • Utilisation
    Mitgebrachte Fähigkeiten und Ressourcen des Klienten werden im Sinne der Therapie genutzt
  • Verwirrung und Neustrukturierung
    Durch die Unterbrechung von alltäglichen Mustern (beispielsweise Handschlag oder semantisch und syntaktisch wohlgeformte Sätze) kommt es auf Seiten des Klienten zu Unsicherheit und Verwirrung, was laut Erickson das Bedürfnis nach Neustrukturierung weckt
  • Folgen und Führen (Pacing and Leading)
    Verhaltensweisen des Klienten werden kopiert um einen besseren Rapport aufzubauen. Allmählich führt der Therapeut den Klienten in  immer ressourcenreichere Zustände
  • Unbewusste Suchprozesse
    Durch indirekte Methoden soll das Unbewusste angesprochen werden, dass Erickson als “weiser” als das Bewusste ansieht

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