logo hypnoseinstitut deutschland

Die Macht der Suggestion – Placebo und Co.

Suggestionen spielen nicht nur in der Hypnose, sondern auch in unserem Alltag eine große Rolle. Oftmals setzen wir uns sogar unbewusst negativen Suggestionen aus, ohne dies zu bemerken. Doch was bedeutet Suggestion? Vom lateinischen abstammend ist die ursprüngliche Bedeutung so etwas wie “eingeben” oder “einflüstern” oder gar “unterschieben”. Mit manipulativem Charakter gleichgesetzt, wird der Begriff “Suggestion” auch heute oftmals noch negativ betrachtet.

Während im Rahmen einer Psychotherapie oder eines Coachings normalerweise im Anschluss an die Behandlung noch positive Suggestionen zur Verfestigung gegeben werden, können wir auch unbemerkt “Opfer” von gut- oder weniger gut gemeinten Suggestionen werden. Auch wenn wir diese bewusst gar nicht unbedingt aufgreifen, werden sie von unserem Unterbewusstsein gespeichert.

Placebo- und Nocebo-Effekte

Ein typisches Beispiel: Eine Grippewelle kursiert durch Deutschland. Hier geben sich viele Menschen selbst die Suggestion “Es sind so viele Menschen krank zur Zeit und ich bin normalerweise sowieso recht krankheitsanfällig, vielleicht werde ich auch bald wieder mit Grippe im Bett liegen”. Wie der “Zufall” so will, passiert oftmals genau das und eine Art Selbsterfüllende Prophezeiung tritt ein. Hinterher kommt dann möglicherweise noch der folgende Satz “Ich habe es doch gewusst, ich habe ein schwaches Immunsystem”. Flutsch, da ist die nächste negative Suggestion.

Wie hochwirksam gerade negative Suggestionen sind, zeigen Studien mit wirkstofffreien Scheinpräparaten (Placebo- bzw. Nocebo-Experimente). Alleine das Auflisten von erfundenen Nebenwirkungen eines wirkstofffreien Scheinpräparats beim Arzt kann Krankheitsbilder und Symptome auf den Platz rufen (z.B. Mondani et al. 2007), die eben diesem Nebenwirkungsprofil entsprechen.

Positive Suggestionen und Affirmationen

Doch genauso wie Worte und Suggestionen die Fähigkeit haben, Menschen zu schaden, können sie gezielt dazu eingesetzt werden, Menschen zu helfen und Leid zu lindern. Denn auch positive Erwartungen sind stark mit körperlichen bzw. psychischen Veränderungsprozessen verbunden. Dies war auch schon Platon bewusst, der davon sprach, dass Worte eine heilende Kraft inne hätten. So muss ein Mensch nicht unbedingt in tiefe Hypnose geführt werden, dass unsere Worte eine positive Veränderung bewirken können. Das stärkste Beispiel dafür sind positive Metaphern, Geschichten, die von Heilung oder großen Veränderungsprozessen erzählen und in denen positive Suggestionen mit eingeflochten werden.

Vor diesem Hintergrund sollte sich der ein-oder andere möglicherweise überlegen, welche Suggestionen er oder sie sich immer wieder selbst gibt. Kommen wir zwar manchmal nicht umhin, negative Suggestionen von anderen Menschen aufzunehmen, können wir zumindest unsere eigene Denkweise anpassen und den Fokus auf positive Affirmationen lenken. Auch einschränkende Glaubenssätze wie “Ich bin nicht gut genug” oder “Ich schaffe das nie” sind schließlich Suggestionen.

Hypnose ist nicht gleich Placebo-Effekt

Dass Hypnose mehr ist als ein reiner Placebo-Effekt zeigen zum einen spezifische hirnphysiologische Veränderungen, die während der Hypnose ablaufen, zum anderen aber auch Experimente zum Thema Schmerzreduktion. Hier konnte des Öfteren nachgewiesen werden, dass die hypnotische Analgesie (Schmerzfreiheit) nicht über dieselben Mechanismen ausgelöst wird wie die Placebo-Analgesie. So kann die hypnotische Analgesie nicht durch die Gabe von Naloxon, einem Blocker von endogenen Opioiden, wieder rückgängig gemach werden, wie es bei der Placebo-Analgesie der Fall ist.

Die Macht der Suggestion – in meinen Augen ein hochinteressantes Thema. Denn ist nicht praktisch jedes Wort und jeder Satz, den wir von uns geben, eine Suggestion, an uns selbst und/oder an Andere? Und genauso wie Erfolg im Kopf beginnt, tut es möglicherweise auch Misserfolg. Genauso wie Krankheit suggeriert werden kann, kann es auch Heilung. Doch bevor es überhaupt zur Bildung von ausgesprochenen Wörtern und Sätzen kommt, stehen Gedanken. Also wie denkst du?

Liebe Grüße,

Helena Fierlbeck

 

,
Vorheriger Beitrag
Hypnose: Kommunikation mit dem Unterbewusstsein
Nächster Beitrag
Hypnose Ausbildung in Regensburg erfolgreich abgeschlossen

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü
%d Bloggern gefällt das: