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Erklärungsmodelle zur Hypnose

Was ist Hypnose?

Erklärung Hypnose Warum funktioniert Hypnose

Hypno-Coach
Johnny Junck

Obwohl sich der Begriff der Hypnose laut Definition vom griechischen Gott des Schlafes „Hypnos“ ableitet, hat Hypnose nur äußerlich etwas mit Schlaf zu tun. Sicher, in einer Entspannungshypnose sind meist die Augen geschlossen, die Atmung geht ruhiger und tiefer, die Gesichtszüge und auch der restliche Körper sind entspannt. Allerdings lassen sich Schlaf- und Hypnose auf physiologischer Ebene, z.B. auch im EEG, klar voneinander unterscheiden.

Während einer hypnotischen Trance ist der Klient jederzeit ansprechbar, die Reflexe sind weniger stark reduziert als im Schlafzustand. Auch ist Hypnose zwar oftmals mit körperlicher Entspannung verbunden, dies muss jedoch nicht zwingend der Fall sein. Hier gibt es ausführliche Informationen zu den physiologischen und kognitiven Auswirkungen von Hypnose.

Wissenschaftliche Erklärungsansätze

Es existieren einige verschiedene Theorien und Erklärungsmodelle für das Phänomen und die Wirkungsweise von Hypnose. Grob lassen sich dabei zwei “Lager” unterscheiden, die Befürworter und Kritiker der Theorie, dass Hypnose ein besonderer Bewusstseinszustand sei. Die Verfechter der “state”-Annahme sind der Meinung, dass Reaktionen, die unter Hypnose gezeigt werden, nur durch spezielle Mechanismen und Prozesse, die der Hypnose eigens sind, auftreten können.

Die konstruktivistische Sichtweise nach Peter Kruse (1987) geht davon aus, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit konstruiert, basierend auf seinen individuellen Wahrnehmungen und Informationsverarbeitungsprozessen. Peter Kruse definiert Hypnose sei somit als eine Art veränderter Informationsverarbeitungsprozess.

In seiner Neodissoziationstheorie berücksichtigt Ernest R. Hilgard (1974,1989) in seinen Überlegungen nicht nur messbare Fakten sondern auch subjektive Erlebnisberichte von Hypnotisierten. Die einzelnen kognitiven Verarbeitungssysteme interagieren zwar miteinander, könnten aber auch isoliert betrachtet werden (dissoziiert). Er bezeichnet Hypnose als “veränderter” Bewusstseinszustand, da die Hierarchie unserer Kontrollsysteme während der Hypnose neu geordnet werden würde.

Beim kognitiv-behavioralen Ansatz von Theodor Xenophon Barber (1972) stehen vor allem psychosoziale Faktoren wie die Imaginationskraft des Klienten im Vordergrund. Eine entscheidende Rolle spiele auch dessen Erwartungshaltung und Motivation. Barber geht nicht davon aus, dass in Hypnose ein veränderter Bewusstseinszustand erreicht wird. Alle Verhaltensweisen, die unter Hypnose gezeigt würden, wären auch im normalen Verhaltensrepertoire der meisten Menschen enthalten.

In André M. Weitzenhoffer’s Hypnose-Modell (1989) werden drei verschiedene Prozesse unterschieden, was das Modell zu einem relativ breit angelegten Erklärungsansatz macht: Der Prozess der Selbsterzeugung (erhöhte Reaktionsbereitschaft des Klienten), dann die Suggestibilitätsgeneralisierung (Suggestibilität gegenüber verschiedenen Suggestionen steigt an) und schließlich ein eingeschränktes Bewusstsein (Dissoziation des Bewusstseins).

Der in der heutigen Hypnoseszene und auch seinerseits sehr bekannte Milton Hyland Erickson als der Begründer des zwischenmenschlichen Kommunikationaansatzes (1980) in der Hypnose und Psychotherapie, legt seinen Fokus darauf, dass beim Klienten unbewusste Kapazitäten und Wahlmöglichkeiten aufgedeckt werden. Dieser Ansatz wird auch als Erickson-Therapie bezeichnet und oftmals mit dem Begriff der “Hypnosetherapie” gleichgesetzt.

Zusammenfassend könnte man Hypnose vielleicht als einen Zustand betrachten, bei dem die Kritikfähigkeit des Klienten etwas herabgesetzt ist, so dass Suggestionen leichter aufgenommen werden können, da sie direkt durch das Unterbewusstsein aufgenommen werden. Eine positive Erwartungshaltung sowie eine entspannte Grundhaltung könnten diesen Prozess nochmals erleichtern. Notwendig für die erfolgreiche Trance-Induktion ist eine enge Verbindung (Rapport) zwischen Hypnotiseur und Klienten.

 

Quellenangaben:

Kossak, H.-C. (2004). Hypnose- Lehrbuch für Psychotherapeuten und Ärzte. Weinheim: Beltz Verlag

Revenstorf, D. & Peter, B. (2009). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Heidelberg: Springer Medizin Verlag